Unser zweites Betriebssystem werden wir nicht direkt auf der Hardware installieren, sondern als sogenannte Virtuelle Maschine in unserem Windows 11 laufen lassen.
Virtuelle Maschinen
Virtuelle Maschinen sind eigenständige Systeme, welche jedoch nicht direkt auf die Hardware zugreifen, sondern auf einem sogenannten Host System laufen.
Das Host System stellt dem Gast System einen virtuellen CPU, virtuellen Speicher, eine virtuelle Grafikkarte usw. zur Verfügung. Das Gast System verwendet schlussendlich immer noch den physischen Prozessor jedoch wird dieser durch eine weitere Ebene abstrahiert (=virtualisiert).
👍 Vorteile von virtuellen Maschinen
👎 Nachteile von virtuellen Maschinen
Sicherheit
Wenn auf einer virtuellen Maschine ein Virus installiert wird, ist das Host System dennoch sicher.
Performance
Durch die virtuelle Abstraktionsebene geht Geschwindigkeit verloren.
Backups und Verschiebbarkeit
Virtuelle Maschinen sind schlussendlich Dateien auf dem Gast-System. Diese können einfach gesichert oder auf ein anderes System verschoben werden.
Komplexität
Virtuelle Maschinen benötigen zusätzliche Software und Know-How.
Effiziente Ressourcennutzung
Mehrere virtuelle Maschinen können auf demselben Host-System laufen
Wartbarkeit
Jede virtuelle Maschine muss eigenständig aktualisiert und aktuell gehalten werden.
In dieser Aufgabe installieren wir Ubuntu als virtuelle Maschine auf Windows 11. Das heisst, Windows 11 ist das Host-System und Ubuntu das Gast-System.
Vorbereitung: VirtualBox
Wir verwenden zur Virtualisierung die Software "Oracle VirtualBox". Lade diese mit untenstehendem Link herunter und installiere diese.
Um Ubuntu zu installieren benötigen wir wieder eine ".iso" Datei. Lade hierfür die aktuellste LTS Version unter folgendem Link herunter.
LTS bedeutet Long Term Support und gibt an, dass diese Version für einen besonders langen Zeitraum Updates erhält. Wenn man nicht aus bestimmten Gründen die neuste und aktuellste Version benötigt, ist es ratsam eine LTS Version zu wählen.
Beim ersten Öffnen von VirtualBox findet man noch nicht viele Maschinen vor, jedoch zwei wichtige Funktionen:
New/Neu: Erstellt eine komplett neue, virtuelle Maschine
Add/Hinzufügen: Lädt eine bereits bestehende virtuelle Maschine (wie ihr sie z.B. bei der Prüfung zur Verfügung gestellt bekommt).
Virtuelle Maschine konfigurieren
Wir wollen als erstes eine neue virtuelle Maschine erstellen. Der Assistent führt uns nun durch 4 Schritte, um unsere virtuelle Hardware zu konfigurieren.
Name und Betriebssystem der virtuellen Maschine
Name Der Name kann frei gewählt werden, man muss die Maschine aber nachher wieder erkennen können.
Ordner Speicherort der virtuellen Maschine
Da virtuelle Maschinen sehr gross werden können, sollten diese nicht in Ordner wie OneDrive oder andere Cloud Anbieter gespeichert werden.
Iso Abbild .iso Datei (Dropdown öffnen und "Ändern" auswählen)
Diese .iso Datei wird beim ersten Start der virtuellen Maschine angeschlossen. Dies entspricht dem USB Stick welcher wir bei der Windows Installation erstellt haben.
Typ Art des Betriebssystems; Linux in unserem Fall
Subtyp Art des Linux; Ubuntu in unserem Fall
Unbeaufsichtige Installation überspringen Muss angewählt sein, damit wir das Betriebssystem während der Installation konfigurieren können.
Unbeaufsichtigte Installation
Wenn beim Schritt für die unbeaufsichtigte Installation die Optionen nicht ausgegraut sind, ist beim letzten Schritt die unterste Checkbox vergessen gegangen.
Hardware der virtuellen Maschine
Hauptspeicher Gibt an, wie viel RAM für die virtuelle Maschine zur Verfügung gestellt wird. 2GB reichen für ein einfaches Linux gut aus.
Prozessoren Gibt an, wie viele der Prozessoren für die virtuelle Maschine arbeiten. Auch hier reicht ein Prozessor für Ubuntu.
Festplatte der virtuellen Maschine
Alle Daten der virtuellen Maschine werden in einer separaten Festplattendatei (auch Disk Image genannt) gespeichert. Moderne Tools wie VirtualBox verwenden hier ein Format, welches eine dynamische Grösse hat.
Für uns reichen die Standardeinstellungen mit einer maximalen Grösse der Festplatte von 25G.
Virtuelle Maschine starten
Nun können wir mit einem Klick auf "Starten" die virtuelle Maschine das erste Mal booten. Dabei wird die Maschine automatisch von der ausgewählten .iso Datei starten und den Ubuntu-Installationsassistenten anzeigen.
Ubuntu installieren
Ab diesem Punkt startet die Installation von Ubuntu gleich wie man das Betriebssystem auf einer physischen Maschine installieren würde.
Ubuntu lässt sich auch ausprobieren, sprich das System wird nicht direkt installiert und läuft komplett auf dem USB-Stick oder von dem .iso File.
Dies kann nützlich sein um einen defekten Computer zu retten sollte das installierte Betriebssystem nicht mehr starten.
Installation von Ubuntu starten
Gewünschte Sprache wählen
Einstellungen für die Barrierefreiheit (kann so belassen werden)
Tastaturlayout auswählen
Internetverbindung (Kabel oder WLAN) konfigurieren
Oracle VirtualBox stellt für die virtuellen Maschine eine simulierte Kabelverbindung zum Netzwerk her.
Ubuntu installieren oder ausprobieren
Interaktive Installation
Vollständige Installation
Damit wir gleich voll loslegen können, wählen wir eine Vollständige Installation. Wird die Maschine nur für sehr bestimmte Zwecke genutzt empfiehlt sich eine Standard Installation.
Keine zusätzliche, proprietäre Software installieren
Partitionierung der Installation
Hier könnte Analog zur Windows Installation nur ein Teil der Festplatte für Ubuntu ausgewählt werden.
Konto einrichten
Wähle als Namen Administrator (Admin wird von Ubuntu selbst verwendet und ist gesperrt) und als Kennwort 123ict
Die nächsten beiden Schritte (Zeitzone und Überprüfung) können ohne Anpassungen bestätigt werden.
Nach der Installation (kann einige Minuten dauern) startet das System automatisch neu. Gratuliere, nun hast du eine virtuelle Maschine mit einem funktionsfähigem Ubuntu!